Kooperation zweier Verbandsgemeinden

Ein Novum in Rheinland-Pfalz: Zwei Verbandsgemeinden gehen in der Abwasserentsorgung gemeinsame Wege. Die Verbandsgemeinden Bad Breisig und Brohltal gründeten hierfür eine gemeinsame Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR), die zum 1. Januar 2009 in Kraft trat. Unter dem Namen „Entsorgungs- und Servicebetrieb Bad Breisig/Brohltal“ wird seit 2009 die Betriebsführung für das Abwasserbeseitigungswerk der Verbandsgemeinde Bad Breisig von der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal in Niederzissen wahrgenommen.

Vorstellung des Abwasserwerks Bad Breisig

Die Verbandsgemeinde Bad Breisig umfasst eine Fläche von ca. 42 qkm. Sie besteht aus der Stadt Bad Breisig und den Ortsgemeinden Waldorf, Gönnersdorf und Brohl-Lützing.

99,56 % aller Einwohner sind an drei kommunale Kläranlagen angeschlossen, in Waldorf, in Gönnersdorf und an die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes „Untere Ahr„ in Sinzig. Für Gönnersdorf und Waldorf besteht jeweils eine eigene Teichkläranlage:

Abwässer von Stadt Bad Breisig und Brohl-Lützing

Die Abwässer von Brohl-Lützing und der Stadt Bad Breisig sind an die große Verbandskläranlage in Sinzig angeschlossen. 0,44 % nicht angeschlossene Bürger werden über kleine Grundstückskläranlagen oder geschlossene Gruben entsorgt. Hier kommt zur Entsorgung ein Fäkalienfahrzeug zum Einsatz, welches die Abwässer bzw. die Reste der Abwässer aus den Gruben saugt und zur Kläranlage nach Sinzig befördert.

84,5 km Kanalrohre in Dimensionen von DN 150 bis 2000 mm liegen in den Straßen und werden unterhalten. Kontrollen, Reinigungs- und Reparaturarbeiten fallen regelmäßig an. Das gesamte Kanalnetz wird mit einer Kanalkamera untersucht; die Untersuchung ist alle 10 Jahre zu wiederholen. Daraus resultiert eine jährliche Inspektion von möglichst 10 % des Gesamtnetzes.

Was bei starkem Regen zurückgehalten wird um die Kläranlage nicht zu überfordern, schlägt bei weiterem Regen über die Schwelle und fließt im linken Rohr einem Gewässer zu. Die Dimensionen sind so berechnet, dass nur bei starkem Regen dieser Abschlag erfolgt. Meist staut es nur an und fließt langsam zur Kläranlage ab (siehe Bilder).

Ein aufwendiger Kanalschacht von innen mit mehreren Zuläufen. Die Gerinne werden mit Klinkersteinen hergestellt, wenn hohe Abriebkräfte oder Korrosion befürchtet werden. Eine Kamera zur Inspektion der Kanalrohre. Sie besteht aus einem fahrbaren Chassis mit beweglichem Kamerakopf. Der Kopf verfügt über das Kameraobjektiv sowie die Beleuchtung.

Kesselberg

Vom Betriebsgebäude Kesselberg erfolgt die zentrale Überwachung und teilweise Steuerung der Abwasseranlagen der VG Bad Breisig. Hier laufen die Informationen der Fernüberwachung auf und werden verarbeitet. Bei Unwettern oder im Hochwasserfall wird an dieser Station das Niederschlagswasser mittels Hebeschnecken den Ableitungskanälen zugeführt, von wo aus das Misch- und Schmutzwasser über Freispiegelkanäle oder Pumpstationen der Kläranlage “Untere Ahr“ in Sinzig zugeleitet wird.

 

Teichkläranlagen in Gönnersdorf und Waldorf

Teichkläranlagen in Gönnersdorf und Waldorf